Wissenschaftliche Interessen, Forschungsschwerpunkte

1. Untersuchung zu mathematischen Vorwissen von Grundschulkindern zu zentralen Inhalten des Mathematikunterrichts der Grundschule

Seit 1994 widme ich mich diesem Problemkreis gemeinsam mit Frau Dr. Mirwald und Herrn Dr. Thiel sowie Kolleginnen und Kollegen der Universität Potsdam( Dr. Raudies, M. Klunter, Dr. Köhler). Zunächst stand das arithmetische Vorwissen von Schulanfängern im Vordergrund, es wurden aber im Rahmen einer Längsschnittstudie Vorwissen zu zentralen Inhalten vom Schulanfang bis zum Beginn des 4. Schuljahrs erhoben. Aus den bisherigen Studien ergeben sich vielfältige Konsequenzen für die vorschulische Bildung und für die Gestaltung des mathematischen Anfangsunterricht. Ergebnisse (Literaturverzeichnis): 17, 18, 19, 25, 28, 32, 40, 45, 54, 60

Beendet wurde in der Zwischenzeit eine Studie zur Entwicklung der Fähigkeiten zum Umgang mit der Größe Geld (3 Meßzeitpunkte: Schulanfangm Beginn und Ende der Klasse 2).Die Ergebnisse, die z.B. deutlich machen, daß Kinder durchaus nicht so viel über unser Geld wissen, wie oftmals angenommen wird; Ergebnisse können in den Potsdamer Studien zur Grundschulforschung, Bände 32, 33, 34 nachgelesen werden. Es zeigt sich immer wieder, wie wichtig es ist, das Wissen, das Kinder zu einem Unterrichtsgegenstand mitbringen, aber auch ihre Lösungsstrategien, ihr individuelles Vorgehen beim Lösen bisher unbekannter Aufgaben zu kennen, um adäquate Lernangebote unterbreiten zu können.

Zu diesem Themenkreis wird eine Dissertation (Entwicklung eines Größenkonzepts zur Größe Gewicht) erarbeitet.

Aus diesen Themenkreis ergeben sich viele kleinere Fragestellungen, die im Rahmen von Bachelor- oder Masterarbeiten bearbeitet werden können.

2. Untersuchungen von Denkweisen mathematisch talentierter Grundschulkinder

Sind Sie von Schulanfängern oder jungen Grundschulkindern auch schon einmal durch deren Zahlenwissen, die Fähigkeits zum Nachdenken und Problemlösen überrascht worden? Marius stellte als 4jähriger fest, daß seine Mutter 1979 (das war das Erscheinungsjahr, das er in einem Buch entdeckt hatte) 18 Jahre alt war. Jonas rechnete als 5jähriger seinem kranken Vater genau vor, wie lange dessen 25 Tabletten reichen werden, wenn er täglich drei Tabletten nehmen muss und stellt dann fest: "Für den letzten Tag bleibt nur noch eine; mußt Du die auch nehmen?"

Wie können mathematische Talente bereits im Grundschulalter erkannt werden, welche Merkmale zeichnen solche Kinder aus, wie müssen und können auch diese Kinder (inner- und außerhalb des Unterrichts) gefördert werden? Das sind einige Fragen, die mich beschäftigen. Im Rahmen dieses Forschungsschwerpunkts wurde an der HU der "Mathetreff" etabliert. Aus dem Vorgängertreff in Münster ist u.a. die Dissertation von Astrid Heinze "Besonderheiten im Lösungsverhalten mathematisch begabter Grundschulkinder" sowie eine Monographie "Mathematisch begabte Kinder erkennen und fördern" hervorgegangen.

Ein immer wieder zu beobachtendes Phänomen ist, dass wenige Mädchen im Grundschulalter als mathematisch talentiert und leistungsstark identifiziert werden und deshalb sehr wenige Mädchen an universitären und anderen Förderungen teilnehmen. Wie können mathematisch taltentierte Mädchen besser identifiziert werden? Wie müssen Diagnose- und Förderaufgaben konstruiert werden, die insbesondere Mädchen ansprechen; dies sind einige der Fragen, denen M- Günther in ihrem Promotionsprojekt nachgehen wird.

Auch aus dieser Thematik ergeben sich Fragestellungen für Bachelor- oder Masterarbeiten, z.B. Einzelfallstudien zu mathematisch talentierten Kindern oder Untersuchungen zu Lösungsstrategien.

Geplant ist eine Dissertation, die sich Aspekten der mathematischen Begabung bei Mädchen im Grundschulalter widmet.

Mathetreff

3. Mathematische Frühförderung

Im Rahmen eines Habilitationsvorhabens beschäftigt sich Herr Thiel mit Möglichkeiten und Auswirkungen von mathematischer Frühförderung auf schulische Leistungen im mathematischen Anfangsunterricht. Ergänzend zu diesem Projekt wird gemeinsam mit Kollegen der Uni Potsdam der Frage nachgegangen, was mathematisches Denken im Vorschulalter ist, welche Faktoren die mathematische Entwicklung im Vorschulalter positiv beeinflussen und wie eine solche Förderung aussehen sollte, die den Unterricht der Grundschule nicht vorwegnimmt. Im Rahmen dieses Projekts können Bachelor- und Masterarbeiten geschrieben werden (Interviews und Beobachtungen im Kindergarten).

4. PROMINT-Kolleg

In diesem von der Telecom geförderten Projekt arbeiten Kollegen der Grundschulpädagogik (Grassman, Pech) mit den Kolleginnen und Kollegen der Didaktiken der Naturwissenschaften und der Mathematik schulstufen- und fächerübergreifend zusammen, um die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in den MINT-Fächern zu verbessern.

PROMINT-Startseite

5. Mathematik auch in der Grundschule anders machen

Ausgehend von Forschungsergebnissen zu den Punkten 1 und 2 entwickeln wir Konzeptionen für einen veränderten, den aktuellen Anforderungen gerecht werdenden Mathematikunterricht (vgl. "Kompetent im Unterricht der Grundschule -- Mathematikunterricht"). Unsere Forschungsergebnisse sind auch Grundlage des Konzepts des von mir herausgegebenen und immer wieder aktualisierten Lehrwerks "PRIMO -- Mathematik", für das neben Schülerbuch, Arbeitsheften und Lehrerhandreichungen Zusatzmaterialien zum Fördern und Differenzieren zur Verfügung stehen. Der Hund Einstein begleitet die Kinder auf ihrem Weg zur Mathematik.

Einstein